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Pressemitteilungen
swb-Presseinformation

Hilfsfonds Wulsdorf: Hilfe steht bereit, Projekt geht damit dem Ende zu

Offener Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Bremerhaven und die Fraktionsvorsitzenden der SPD/CDU-Koalition

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Herren Fraktionsvorsitzende der SPD/CDU-Koalition,

die Auswirkungen des Grundwasseranstiegs in Bremerhaven-Wulsdorf und -Grünhöfe haben auch uns betroffen gemacht. Deshalb haben wir mit Ihnen im Jahr 2016 gemeinsam beschlossen, den vom Grundwasseranstieg betroffenen Anwohnern finanzielle Hilfe zur Selbsthilfe zukommen zu lassen. Auch wenn es dazu rechtlich keine Veranlassung gibt. Denn jeder Grundstückseigentümer ist aufgrund des von ihm zu tragenden Baugrundrisikos selbst verantwortlich dafür, sein Gebäude vor Grundwasser zu schützen. 

Als regionaler Energieversorger sind wir eng verbunden mit der Seestadt Bremerhaven und ihren Einwohnern, von denen viele auch unsere Kunden sind. Für uns war es selbstverständlich, den betroffenen Anwohnern in dieser herausfordernden Situation helfend unter die Arme zu greifen. Mit insgesamt 1,2 Millionen Euro konnten wir gemeinsam mit Ihnen als politische Vertreter einen Hilfsbetrag realisieren, der den Betroffenen konkrete Schutzmaßnahmen für ihre Gebäude ermöglicht. Nach Abzug der Kosten unter anderem für die notwendigen oder verabredeten Untersuchungen stehen weiterhin 950.000 Euro zur Verfügung. Die einzelnen Hilfsbeträge mit einer Spanne von 5.000 Euro bis 32.000 Euro, je nach gutachterlich festgestellter Schadenslage, leisten aus unserer Sicht einen wesentlichen Beitrag für entsprechende Schutzmaßnahmen gegen Grundwassereintritte in Kellern.

Aufgabe des Hilfsfonds Wulsdorf beendet

Mit Ausschüttung der Hilfsgelder wird das Ziel unserer Kooperation erreicht, den vom Grundwasseranstieg betroffenen Anwohnern freiwillig finanzielle Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Der Hilfsfonds Wulsdorf hat damit seinen Zweck vollständig erfüllt. Abgesehen von der Bearbeitung der Anträge und der Auszahlung der Hilfsgelder - die wir selbstverständlich noch organisatorisch übernehmen - sehen wir die Aufgabe des Hilfsfonds deshalb hiermit als beendet an und möchten Ihnen für die konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit in den vergangenen dreieinhalb Jahren danken. 
Ebenso lief der Austausch mit der Interessengemeinschaft konstruktiv und weitestgehend sachlich ab. Unser Dank gilt zudem den Medienvertretern, die sich dem Thema überwiegend objektiv und sachlich angenähert und entsprechend fair berichtet haben. Vielen Dank an alle Beteiligten.

Klarstellung der Gerüchte aus den Medien

In den vergangenen Tagen kam in der Presseberichterstattung das Gerücht auf, es seien zusätzlich zur Ausschüttung des Hilfsfonds noch zwei weitere Hilfsmaßnahmen in Vorbereitung. Dabei soll es sich um eine Erhöhung des Hilfsgeld-Budgets von 950.000 Euro auf die ursprüngliche Gesamtsumme von 1,2 Millionen Euro handeln. Des Weiteren seien zwei neue Grundwasserbrunnen im Fassungsgebiet Ahnthammsmoor geplant. Mit der Folge, dass der Grundwasserspiegel im Hilfsfonds-Gebiet sinken könnte. 

Um falsche Erwartungen und Hoffnungen auszuschließen, möchten wir an dieser Stelle für Klarheit sorgen: 

Zur Erhöhung des Hilfsfonds Wulsdorf: Wir haben von Anfang an klargestellt, dass wir freiwillig den hohen Betrag von 720.000 Euro, also 60 Prozent der Gesamtsumme, für den Hilfsfonds Wulsdorf zur Verfügung stellen, diesen jedoch nicht noch weiter erhöhen werden. Daran hat sich nichts geändert.

Wir prüfen die Möglichkeit, zwei neue Brunnen im Fassungsgebiet Ahnthammsmoor zu bauen. Der Grund dafür ist, dass wir für die Aufbereitung in unserem Wasserwerk im benachbarten Bexhövede mehr Grundwasser benötigen als ursprünglich geplant. Und in Ahnthammsmoor liegt bereits eine Zuleitung von vier vorhandenen Brunnen in unser Werk in Bexhövede. Ein möglicher Nebeneffekt dieser Förderung könnte sein, dass der Grundwasserspiegel in Teilen des Hilfsfonds-Gebiets leicht sinkt.
 
Schon jetzt ist klar, dass diese geringe Senkung eher unter zehn Zentimetern liegen und wohl nur bei wenigen betroffenen Anwohnern merkbar sein würde. Davon abgesehen steht eine Entscheidung für den Bau der neuen Brunnen in Ahnthammsmoor noch aus, unter anderem, weil die zuständige Behörde eine entsprechende wasserrechtliche Genehmigung erteilen muss und weitere zum Beispiel hydrogeologische Untersuchungen im Vorfeld notwendig sind. Es könnte also nach wie vor sein, dass diese Möglichkeit schlussendlich nicht zur Umsetzung kommt. Kommt es zur Umsetzung, würde die Planungs- und Bauphase nach unserer Erfahrung noch etwa zwei Jahre dauern. 

Vor diesem Hintergrund raten wir davon ab, von einer Teillösung für alle Betroffenen zu sprechen und bitten darum, diesen möglichen Nebeneffekt entsprechend realistisch zu bewerten.
 
Bei weiteren Fragen rund um die Trinkwasserversorgung in Bremerhaven stehen wir als regionaler Netzbetreiber selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Torsten Köhne
Vorstandsvorsitzender swb AG

Dr. Patrick Wittenberg
Geschäftsführer wesernetz Bremerhaven GmbH

 

Kontakt:

Alexander Jewtuschenko
swb AG
Unternehmenskommunikation

Schifferstraße 36-40
27568 Bremerhaven
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F 0471 447-151336
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