Was ist CCS?
In nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen wachsen seit Jahren die Bemühungen, den direkten oder indirekten Ausstoß von Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre zu reduzieren. Das ambitionierte Ziel: Stück für Stück zu Klimaneutralität. So hat swb als Energieversorger die CO2-Emissionen seit 2018 um 75 Prozent erfolgreich reduziert. Fest steht allerdings, dass alle Anstrengungen im Privaten, in Betrieben und in der Politik, die Kohlendioxid-Emissionen umfänglich zu reduzieren, irgendwann an Grenzen stoßen und nicht von jetzt auf gleich zu Null-Emissionen führen können. Als ergänzendes Mittel, die Energiewende zu realisieren, wird deshalb das sogenannte Carbon Capture & Storage (CCS) immer wichtiger. Auch hier nimmt swb eine Vorreiterrolle ein.
Von Carbon Capture bis Storage
CO2-Aufbereitung am Kraftwerk
Während der Verbrennung von Abfall wird Kohlendioxid mit speziellen Verfahren eingefangen.
Zwischenlagerung
Direkt am CO2-Hub Standort Hafen in Bremen wird das Kohlendioxid für die weitere Verwendung zwischengelagert.
Transport
per Spezialschiff
Das reine Kohlendioxid wird per Spezialschiff zum Zielort abtransportiert.
Dauerhafte
Speicherung
Das reine Kohlendioxid wird langfristig in geeigneten, zertifizierten Lagerstätten gespeichert.
Kohlenstoffdioxid ist essenziell für das Leben auf der Erde. Aber ein Übermaß an CO2 in der Atmosphäre treibt nachweislich den Klimawandel voran und schadet damit einem für Menschen günstigen Klima. Mit Carbon Capture wird deshalb derjenige Ausstoß an Kohlenstoffdioxid, der auch in Zukunft nicht vermieden werden kann, vor Eintritt in die Atmosphäre abgefangen.
Ziel für eine langfristige Lagerung (Storage) sind geologisch geeignete Speicher, die auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Analysen als sehr stabil angesehen werden. Dazu gehören leere Gas- oder Ölfelder unter dem Meer (off-shore). Länder wie Norwegen und Dänemark betreiben beispielsweise bereits CO2-Speicher unter der Nordsee.
swb hat in der thermischen Verwertung Potenzial identifiziert, um Carbon Capture zu realisieren und den Klimaschutz voranzutreiben. Die thermische Verwertung, also die Müllverbrennung, ersetzt heute das frühere Verfahren, Abfall mit den entsprechenden Folgen für Natur und Umwelt in der Erde zu vergraben. swb hat dabei bereits in der Vergangenheit Maßnahmen getroffen, um dem Klima- und Umweltschutz gleichzeitig Rechnung zu tragen.
So wird die freigesetzte Energie am Müllheizkraftwerk (MHKW) und am Mittelkalorik-Kraftwerk (MKK) einerseits „nebenbei“ für die Stromgewinnung genutzt, andererseits wird die unvermeidbare Abwärme für die Versorgung von Bremen mit Fernwärme verwendet. Auf diesem Weg wird bereits eine sehr hohe Effizienz in der Energiegewinnung realisiert. Darüber hinaus sind an beiden swb-Standorten äußerst effektive Rauchgasreinigungsanlagen im Einsatz. Allerdings lassen sich in der Müllverbrennung CO2-Emissionen nicht vermeiden. Entstehendes Kohlendioxid aus Rauchgas in der thermischen Verwertung mithilfe der CCS-Technologie abzuscheiden, bietet deshalb weiteres Potenzial für den Klima- und Umweltschutz.
Auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie hat sich das Mittelkalorik-Kraftwerk am Standort Hafen in Bremen als hervorragend geeignet für Carbon Capture erwiesen. Aufgrund der Lage des Kraftwerks an der Weser kann das CO2 ohne langen Zwischentransport über den Seeweg abtransportiert werden. Darüber hinaus bietet das Kraftwerksgelände ausreichend Platz, um eine CO2-Abscheideanlage nachzurüsten.
Konkret soll hier künftig Kohlendioxid, also das CO2, aus dem Rauchgas der thermischen Verwertung entnommen werden, bevor es in die Atmosphäre gelangt. Das geschieht in einem sogenannten Amin-Kreislauf, in dem das CO2 in einem Absorber mit einer Aminlösung ausgewaschen wird. Danach, so der Plan, wird das CO2 in der Anlage verflüssigt und ist bereit für den Abtransport und eine dauerhafte Speicherung in dafür geeigneten Lagern (siehe Video).
Der Standort des MKK bietet noch einen weiteren Vorteil: In unmittelbarer Nachbarschaft soll ein CO2-Hub verschiedener Partnerunternehmen entstehen mit dem ersten betriebsbereiten CO2-Terminal in Deutschland. Teil der Infrastruktur sollen große Tanklager sein, die auch für die Befüllung großer Schiffe geeignet sind.
Die CO2-Abscheideanlage am Mittelkalorik-Kraftwerk würde per Kurz-Pipeline direkt an den CO2-Hub angeschlossen werden, damit das verflüssigte CO2 des Kraftwerks direkt in die benachbarten Tanklager gelangt. Von hier aus kann das Kohlendioxid dann zu zertifizierten Lagerstätten verschifft und dort gespeichert werden. So stellt swb nicht nur einen effizienten Abtransport sicher, sondern spart gleichzeitig Investitionen für eigene Tanklager.
Große Schritte in die Zukunft sind meist auch mit großen Investitionen verbunden. Trotz der Synergien durch die Mitnutzung der benachbarten Logistikinfrastruktur sind auch auf dem Gelände des MKK umfangreiche technische Erweiterungen für die CCS-Technologie erforderlich – von der CO2-Abscheideanlage bis hin zu Leitungssystemen für die Anbindung an die benachbarten Tanklager. Insgesamt werden die benötigten Investitionen auf mehrere 100 Mio. Euro geschätzt.
Es ist dabei das erklärte Ziel und die feste Absicht von swb, die erwarteten finanziellen Belastungen nicht auf den Müllpreis umzulegen. Besonders positiv ist, dass das Land Bremen und der Bund signalisiert haben, das Carbon-Capture-Vorhaben von swb, das den Wirtschaftsstandort Bremen voranbringt und optimal in die „Carbon-Management-Strategie“ der Bundesregierung passt, zu unterstützen. Durch die Zusage von Fördermitteln durch Bund und Land rückt das Ziel dieses Großprojekts in greifbare Nähe: die Realisierung des ersten Fullscale-Carbon-Capture-Projekts an einer thermischen Abfallbehandlungsanlage in Deutschland!
Was ist CCS?
Warum ist Carbon Management notwendig?
Welche Vorteile bietet Carbon Management für die Industrie?
Welche Vorteile bietet Carbon Management für die Gesellschaft?
Carbon Management hilft, Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Deutschland inklusive der damit verbundenen Arbeitsplätze zu erhalten.
Wie sicher ist die CO2-Speicherung?
Die CO2-Speicherung erfolgt in geologisch stabilen Lagerstätten, die über lange Zeiträume sicher sind. Strenge Sicherheitsstandards und wissenschaftliche Untersuchungen gewährleisten eine sichere Lagerung.
Wie funktioniert Carbon Capture bei swb?
swb plant Carbon Capture an seiner thermischen Abfallbehandlungsanlage MKK, um unvermeidbare CO2-Emissionen abzuscheiden. Das CO2 wird in einem Amin-Kreislauf ausgewaschen und verflüssigt, damit es für einen Abtransport über den Seeweg zu geeigneten Lagerstätten bereitsteht. Eine effiziente Logistik wird dabei über den entstehenden CO2-Hub kooperierender Partnerunternehmen realisiert.
Warum plant swb Carbon Capture am Mittelkalorik Kraftwerk (MKK)?
Eine Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass der Standort ideale Voraussetzungen bietet:
- ausreichend Platz für Carbon-Capture-Anlagentechnik
- direkte Anbindung an die Weser für den Schiffstransport
Damit kann verflüssigtes CO2 effizient und klimafreundlich weitertransportiert werden.
Wie wird das CO2 von swb zu den Speicherstätten transportiert?
Ist Carbon Management eine Alternative zu erneuerbaren Energien?
* Wir leben Diversität und heißen alle Menschen willkommen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Behinderung und Identität. Wir sind davon überzeugt, dass uns Vielfalt bereichert und im gemeinsamen Arbeiten voranbringt. Deshalb haben wir 2017 die Charta der Vielfalt unterzeichnet.