Was ist CCS?
In nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen wachsen seit Jahren die Bemühungen, den direkten oder indirekten Ausstoß von Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre zu reduzieren. Das ambitionierte Ziel: Stück für Stück zu Klimaneutralität. Fest steht allerdings, dass alle Anstrengungen im Privaten, in Betrieben und in der Politik, die Kohlendioxid-Emissionen umfänglich zu reduzieren, irgendwann an Grenzen stoßen und nicht von jetzt auf gleich zu Null-Emissionen führen können. Als ergänzendes Mittel, die Energiewende zu realisieren, wird deshalb das sogenannte Carbon Capture & Storage (CCS) immer wichtiger.
Von Carbon Capture bis Storage
CO2-Aufbereitung am Kraftwerk
Während der Verbrennung von Abfall soll das Kohlendioxid mit einem speziellen Verfahren eingefangen werden.
Zwischenlagerung
Direkt am CO2-Hub Standort Hafen in Bremen soll das das Kohlendioxid für die weitere Verwendung zwischengelagert werden.
Transport per Spezialschiff
Das reine Kohlendioxid soll per Spezialschiff zum Zielort abtransportiert werden.
Langfristige Speicherung
Das reine Kohlendioxid soll langfristig in geologisch geeigneten Lagerstätten gespeichert.Angaben zu Genehmigungen, Sicherheitsstandards und Prüfungen werden vor Inbetriebnahme veröffentlicht.
Kohlenstoffdioxid ist essenziell für das Leben auf der Erde. Aber ein Übermaß an CO2 in der Atmosphäre treibt nachweislich den Klimawandel voran und schadet damit einem für Menschen günstigen Klima. Mit Carbon Capture wird deshalb derjenige Ausstoß an Kohlenstoffdioxid, der auch in Zukunft nicht vermieden werden kann, vor Eintritt in die Atmosphäre abgefangen.
Ziel für eine langfristige Lagerung (Storage) sind geologisch geeignete Speicher, die auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Analysen als sehr stabil angesehen werden. Dazu gehören leere Gas- oder Ölfelder unter dem Meer (off-shore). Länder wie Norwegen und Dänemark betreiben beispielsweise bereits CO2-Speicher unter der Nordsee.
swb prüft den Einsatz von Carbon Capture in der thermischen Verwertung. Der Zeitplan und die erwartete CO2-Abscheidung werden im weiteren Projektverlauf konkretisiert. Die thermische Verwertung, also die Müllverbrennung, ersetzt heute das frühere Verfahren, Abfall mit in der Erde zu vergraben.
So wird die freigesetzte Energie am Müllheizkraftwerk (MHKW) und am Mittelkalorik-Kraftwerk (MKK) einerseits „nebenbei“ für die Stromgewinnung genutzt, andererseits wird die unvermeidbare Abwärme für die Versorgung von Bremen mit Fernwärme verwendet. Darüber hinaus sind an beiden swb-Standorten Rauchgasreinigungsanlagen im Einsatz. Allerdings lassen sich in der Müllverbrennung CO2-Emissionen nicht vermeiden. Entstehendes Kohlendioxid aus Rauchgas in der thermischen Verwertung mithilfe der CCS-Technologie abzuscheiden, bietet deshalb weiteres Potenzial für den Klima- und Umweltschutz.
Auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie hat sich das Mittelkalorik-Kraftwerk am Standort Hafen in Bremen als hervorragend geeignet für Carbon Capture erwiesen. Aufgrund der Lage des Kraftwerks an der Weser kann das CO2 ohne langen Zwischentransport über den Seeweg abtransportiert werden. Darüber hinaus bietet das Kraftwerksgelände ausreichend Platz, um eine CO2-Abscheideanlage nachzurüsten.
Konkret soll hier künftig Kohlendioxid, also das CO2, aus dem Rauchgas der thermischen Verwertung entnommen werden, bevor es in die Atmosphäre gelangt. Das geschieht in einem sogenannten Amin-Kreislauf, in dem das CO2 in einem Absorber mit einer Aminlösung ausgewaschen wird. Danach, so der Plan, wird das CO2 in der Anlage verflüssigt und ist bereit für den Abtransport und eine dauerhafte Speicherung in dafür geeigneten Lagern (siehe Video).
Der Standort des MKK bietet noch einen weiteren Vorteil: In unmittelbarer Nachbarschaft soll ein CO2-Hub verschiedener Partnerunternehmen entstehen mit dem ersten betriebsbereiten CO2-Terminal in Deutschland. Teil der Infrastruktur sollen große Tanklager sein, die auch für die Befüllung großer Schiffe geeignet sind.
Die CO2-Abscheideanlage am Mittelkalorik-Kraftwerk würde per Kurz-Pipeline direkt an den CO2-Hub angeschlossen werden, damit das verflüssigte CO2 des Kraftwerks direkt in die benachbarten Tanklager gelangt. Von hier aus kann das Kohlendioxid dann zu zertifizierten Lagerstätten verschifft und dort gespeichert werden. Angaben zu den vorgesehenen Genehmigungen, Sicherheitsstandards und Prüfungen werden vor Inbetriebnahme veröffentlicht. So stellt swb nicht nur den Abtransport sicher, sondern spart gleichzeitig Investitionen für eigene Tanklager.
Große Schritte in die Zukunft sind meist auch mit großen Investitionen verbunden. Trotz der Synergien durch die Mitnutzung der benachbarten Logistikinfrastruktur sind auch auf dem Gelände des MKK umfangreiche technische Erweiterungen für die CCS-Technologie erforderlich – von der CO2-Abscheideanlage bis hin zu Leitungssystemen für die Anbindung an die benachbarten Tanklager. Insgesamt werden die benötigten Investitionen auf mehrere 100 Mio. Euro geschätzt.
Es ist dabei das erklärte Ziel und die feste Absicht von swb, die erwarteten finanziellen Belastungen nicht auf den Müllpreis umzulegen. Besonders positiv ist, dass das Land Bremen und der Bund signalisiert haben, das Carbon-Capture-Vorhaben von swb, das den Wirtschaftsstandort Bremen voranbringt und optimal in die „Carbon-Management-Strategie“ der Bundesregierung passt, zu unterstützen. Durch die Zusage von Fördermitteln durch Bund und Land rückt das Ziel dieses Großprojekts in greifbare Nähe: die Realisierung eines Carbon-Capture-Projekts an einer thermischen Abfallbehandlungsanlage in Deutschland.
Was ist CCS?
Warum ist Carbon Management notwendig?
Welche Vorteile bietet Carbon Management für die Industrie?
Welche Vorteile bietet Carbon Management für die Gesellschaft?
Carbon Management kann in schwer vermeidbaren Anwendungsbereichen zur Abscheidung von CO2 beitragen; die konkrete Klimawirkung und die wirtschaftlichen Folgen hängen von der jeweiligen Umsetzung ab.
Wie sicher ist die CO2-Speicherung?
Als mögliche Speicher kommen geologisch untersuchte Lagerstätten infrage, deren Eignung, Sicherheit und Überwachung vor einer Nutzung nach den geltenden Anforderungen geprüft werden müssen.
Wie funktioniert Carbon Capture bei swb?
swb prüft und plant den Einsatz einer CO2-Abscheideanlage am MKK. Das CO2 wird in einem Amin-Kreislauf ausgewaschen und verflüssigt, damit es für einen Abtransport über den Seeweg zu geeigneten Lagerstätten bereitsteht. Eine effiziente Logistik wird dabei über den entstehenden CO2-Hub kooperierender Partnerunternehmen realisiert.
Warum plant swb Carbon Capture am Mittelkalorik Kraftwerk (MKK)?
Eine Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass der Standort ideale Voraussetzungen bietet:
- ausreichend Platz für Carbon-Capture-Anlagentechnik
- direkte Anbindung an die Weser für den Schiffstransport
Wie wird das CO2 von swb zu den Speicherstätten transportiert?
Ist Carbon Management eine Alternative zu erneuerbaren Energien?