LeseArt
Unsere Veranstaltungsreihe „LeseArt“ findet statt im Wall-Saal der Stadtbibliothek, Am Wall 201. Einlass jeweils ab 17:30, Beginn um 18:00.
Das Projekt LESEArt veranstaltet Lesungen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Literatur. Das geschriebene Wort als Ausdruck von Kreativität findet hier seinen Platz. In Autorenlesungen sowie in szenischen Lesungen werden Gegenwartsliteratur und Klassiker in Prosa und Lyrik vorgestellt. Aufgegriffen werden auch aktuelle Themen der kulturellen Einrichtungen der Stadt, wie Theater, Kunsthalle, Hochschule für Künste und Musik. Literatur in ihrer unendlichen Vielfalt erleben und genießen, fremde Texte auf sich einwirken lassen und anschließend miteinander ins Gespräch kommen.
Veranstaltung und Moderation:
Gisela Mües
Kontakt: leseart-bremen@web.de
Donnerstag, 19. März, 18 Uhr
Aus dem L(i)eben von Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn
Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn – die ehrgeizige junge Künstlerin und der etablierte und verheiratete Maler... Sie sind voneinander fasziniert, ziehen sich an und werden schließlich ein Paar. Große Zuneigung und tiefe Verbundenheit in ihrem künstlerischen Schaffen sind in ihrem Briefwechsel ebenso zu finden, wie für die damalige Zeit höchst moderne und auch emanzipierte Standpunkte und natürlich auch die eine oder andere Anekdote. Liebevoll werden in dieser Lesung mit Musik die Lebens – und Liebenswege von Paula und Otto nachgezeichnet und für einen langen Moment wieder erlebbar gemacht...
Eine szenische Lesung mit Musik mit Sabine Urban und Dirk Böhling, sowie Larissa Raumann am Kontrabass.
Dienstag, 28. April, 18 Uhr
„Licht des Glaubens“, Licht der Vernunft“
Leipzig im 18. Jahrhundert, in seiner glänzendsten Zeit. Von den Messen tragen die Händler nicht nur Waren, sondern auch Ideen nach ganz Europa. Das Ehepaar Gottsched etwa erforscht die deutsche Sprache und verbreitet unermüdlich das Licht der Aufklärung. Derweil komponiert Johann Sebastian Bach für den sonntäglichen Gottesdienst, vermisst aber auch das Universum in Tönen, unterstützt von seiner Frau, der Kammersängerin Anna Magdalena und seiner ältesten Tochter Dorothea. Sollte es Frauen und Männern gemeinsam gelingen, die Welt endlich zur Vernunft zu bringen?
Dr. Angela Steidele studierte Kulturpädagogik (Literatur, Musik, Philosophie)
Zwischenspiele auf der Silbermannorgel mit Prof. Stephan Leuthold, Domkantorei.
Die Veranstaltung findet im Bremer Dom in der Westkrypta statt.
Donnerstag, 28. Mai, 18 Uhr
Heinrich Zille und Max Liebermann: Für die Kunstfreiheit?
In der gesellschaftspolitischen Dimension könnten der sozialkritische Illustrationszeichner Heinrich Zille und der gutbürgerliche arrivierte Maler Max Liebermann unterschiedlicher nicht sein. Die beiden waren bestens miteinander bekannt. In ihrem Vortrag widmet sich Viktoria Bernadette Krieger dieser Zeit der sozialen Dissonanzen: Liebermann hatte Zilles Talent früh erkannt und sich für ihn eingesetzt. Liebermann konnte ihn unter anderem für die wegweisenden Schwarz-Weiß-Ausstellungen der Berliner Sezession gewinnen. „Sie wissen ja, wie sehr ich Ihr Talent schätze,“ meinte er 1925 zu Zille, zu diesem Zeitpunkt hatte Liebermann bereits erfolgreich Zilles Berufung in die Preußische Akademie der Künste initiiert und der Illustrator war in der Folge zum Professor ernannt worden.
Viktoria Bernadette Krieger ist Ausstellungs – und Sammlungsleiterin der Liebermann-Villa, Am Wannsee in Berlin.
Donnerstag, 18. Juni, 18 Uhr
„Ich mochte Archiv werden...“
Walter Kempowski wurde am 29. April 1929 in Rostock geboren. Er war Archivar, Schriftsteller und Pädagoge. Seine Romane der „Deutschen Chronik“ und sein „Echolot-Projekt“ erzählen Zeitgeschichte, zunächst im bürgerlichen Umfeld einer Rostocker Reeder-Familie und später als eine umfangreiche Collage. Er hinterließ ein großes Tagebuchwerk, Kinderbücher und gründete das Archiv für nicht publizierte Autobiographien. Der entstandene Kempowski-Kosmos lohnt eine Betrachtung.
Dr. Katrin Möller-Funck ist Geschäftsführerin der Kempowski Stiftung, Haus Kreienhoop.
Weitere Termine folgen