Europa strebt Klimaneutralität bis 2050 an. Deutschland hat dieses Ziel für 2045 gesetzlich verankert. Das Land Bremen arbeitet mit seiner Klimaschutzstrategie auf Klimaneutralität bis 2038 hin. Vor diesem Hintergrund übernehmen wir bei swb Verantwortung: Klimaschutz ist fester Bestandteil der swb-Strategie und in unseren strategischen Zielen verankert. Wir wollen ambitioniert handeln und unseren Beitrag für Bremen, Bremerhaven und die Region leisten.
Unser Ziel bis 2035
- Klimaneutralität in Scope 1 und Scope 2: 100 % bis 2035
- Scope 3 (vorgelagert): 2035 wollen wir 50 % unser Produkte und Dienstleistungen klimaneutral beschaffen
- Scope 3 (nachgelagert): 65 % Emissionsverringerung (im Vergleich zu 2018) bis 2035
Damit verstehen wir Klimaneutralität als eine Reduktion der durch swb direkt beinflussbaren Emissionen in Scope 1 und Scope 2 auf Null. Gleichzeitig streben wir eine ambitionierte Reduzierung der Emissionen in Scope 3 an – deren Rest-Emissionen werden mit qualifizierten Zertifikaten ausgeglichen.

Wir bilanzieren unsere Treibhausgase nach dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol, einem weltweit anerkannten Rahmenwerk zur Bilanzierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen, und unterscheiden drei Bereiche („Scopes“):
- Scope 1 – direkte Emissionen: z. B. Kraftwerke, Fuhrparks, stationäre Anlagen und der eigene Gasverbrauch.
- Scope 2 – indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie: z. B. Strom, Wärme, Kälte (inkl. Netzverluste).
- Scope 3 – weitere indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette: z. B. Dienstreisen, Mitarbeitendenmobilität, eingekaufte Güter und Dienstleistungen, verkaufte Strom/Wärmemengen (vorgelagert) sowie Emissionen aus verkauften Erdgasmengen (nachgelagert).
So messen wir Fortschritte
- Methodik: Klimabilanz nach GHG-Protocol (Corporate Standard) für alle swb-Gesellschaften.
- Zeitraum: rückwirkend ab 2018 erstellt. Seit 2022 messen und steuern wir Ziele über Scope 1 bis 3.
- Systematik: Energiemanagement nach ISO 50001 (technische Gesellschaften), um Verbräuche und Effizienzverbesserungen systematisch zu steuern, sowie Umweltmanagement und EMAS nach ISO14001.
Was wir bereits erreicht haben
- Kohleausstieg: Ende April 2024 wurde der letzte kohlebetriebene swb-Kraftwerksblock stillgelegt –14 Jahre früher als gesetzlich vorgeschrieben.
- Schrittweise Substitution fossiler Energieträger: Beginn Elektrifizierung des Fuhrparks, Biomethan als Erdgas-Ersatz
- Erneuerbare Energien: Eigene Stromverbräuche werden seit 2024 konsequent mit Ökostrom gedeckt.
- Energieeffizienz: optimierte Strom- und Wärmenutzung, Einführung des Energiemanagementsystems ISO 50001
- Lieferkette: Zusammenarbeit mit Lieferanten zur Senkung der Emissionen aus eingekauften Gütern und Dienstleistungen
- Befähigung von Kundinnen und Kunden: Angebot von Produkten und Services für effiziente Nutzung und Eigenproduktion erneuerbarer Energien.
- Technologische Optionen für Rest-Emissionen: Prüfung von Carbon Capture and Storage (CCS) für unvermeidbare Emissionen (z. B. thermische Abfallbehandlung)
- Ausbau des Ökostromangebotes: Versorgung aller Privatkunden mit Ökostrom seit 2025
Was wir noch tun – unsere zentralen Hebel bis 2035
1. Vermeiden & reduzieren (höchste Priorität)
- Wärmewende und FuelSwitch (Brennstoffwechsel) in Anlagen
- Elektrifizierung / Mobilität & Ladeinfrastruktur
- Prozess und Energieeffizienz nach ISO 50001
- Ausbau der erneuerbaren Strom- und Wärmeversorgung
2. Wertschöpfungskette weiter dekarbonisieren
- Beschaffung: CO₂-Kriterien, Datenanforderungen, Zusammenarbeit mit Lieferanten
- Vertrieb: Produkte/Dienstleistungen für Dekarbonisierung bei Kundinnen und Kunden
3. Unvermeidbare Rest-Emissionen managen
- CCS für Prozess-Emissionen (Technologie/Standortprüfung)
- Kompensation ausschließlich für Rest-Emissionen mit qualifizierten Zertifikaten (Zusätzlichkeit, Permanenz, robuste Prüfung. Erfolgt erst ab 2035.)
Berichterstattung & Governance
- Jährliche Klimabilanz (GHG-Protocol) einschließlich klarer Ausweisung von Reduktion und Rest-Emissionen sowie ggf. Kompensationsanteilen
- Energiemanagement nach ISO 50001 zur kontinuierlichen Verbesserung der Energieleistung
- Fortschrittsmonitoring über alle swb-Gesellschaften – wir entwickeln Maßnahmen kontinuierlich weiter.
Als Teil des EWE-Konzerns sind unsere Aktivitäten nachvollziehbar im Klimatransitionsbericht der EWE AG abgebildet sowie Teil der nichtfinanziellen Berichterstattung.
swb unterstützt die Bremer Landesregierung bei ihrem Bemühen, den CO2-Ausstoß im Land zu senken. swb ist Teil des Aktionsplans Klimaschutz mit gleich mehreren Bausteinen. Unter anderem im Themenbereich Energie und Abfallwirtschaft unterstützen wir den Aktionsplan. Von der Abschaltung der Kohlekraftwerke über den Ausbau der Solarenergie bis hin zur Erarbeitung einer kommunalen Wärmeplanung sind wir wichtiger Partner.