Mit Fernwärme die Wärmewende realisieren
Bei Fernwärme handelt es sich um Wärmeenergie, die nach ihrer Erzeugung per Wärmenetz an Privathaushalte, Unternehmen oder andere Organisationen verteilt wird. Wer Fernwärme bezieht, benötigt keine eigene Heizung mehr, die Wärmeversorgung wird verlässlich per Fernwärme sichergestellt. Ihre Umweltwirkung im Vergleich zu einer eigenen Öl- oder Gasheizung hängt insbesondere von der jeweiligen Wärmequelle und dem Wärmenetz ab (mehr Infos: Was ist Fernwärme?).
Über die letzten Jahrzehnte sind aus diesen Gründen in Bremen und Bremerhaven mehrere Fernwärmenetze entstanden. Die Fernwärmenetze sind Teil der Wärmewende in Bremen und Bremerhaven und sollen die Wärmeversorgung langfristig weiterentwickeln.
Diesen Weg möchten wir weitergehen und verfolgen deshalb die Strategie, unsere Fernwärmenetze Stück für Stück weiter auszubauen. Mit der Verbindungsleitung zwischen Horn-Lehe/Universität und Bremen-Ost sind bereits zwei Netze zusammengewachsen.
Künftig soll überall dort, wo neue Leitungen entstehen, ein möglichst großer Bedarf gedeckt und möglichst viele neue Anschlüsse für Privat- und Gewerbekunden geschaffen werden. Obwohl eine großräumige Erschließung nicht von heute auf morgen realisierbar sein wird, vertrauen wir auf den Rückenwind, den die vielfältigen Vorteile von Fernwärme allen Nutzenden bieten.
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Wie soll die Fernwärme weiter ausgebaut werden?
Unsere Ziele:
- Wir planen, den Fernwärmeanteil bis 2040 von 15 auf 30 % zu erhöhen; Grundlage sind der vorgesehene Netz- und Anlagenausbau sowie die verfügbaren Ressourcen und Genehmigungen. Das entspricht einem Ausbau von durchschnittlich ca. sieben Kilometer zusätzlichem Fernwärme-Verteilnetz pro Jahr bis 2040.
- Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro für den geplanten Netz- und Anlagenausbau
- Orientierung des Ausbaus nach Gebieten mit möglichst großer zu erwartender Abnahme der Fernwärme, um dort einen möglichst hohen Anteil an fossilen Energieträgern mit Fernwärme zu ersetzen
- Kontinuierliche Schaffung neuer Anschlussmöglichkeiten für Unternehmen und Privatkunden
Die Voraussetzungen:
- Gemeinsames Vorgehen mit Politik, Wirtschaft sowie betroffenen Bürgerinnen und Bürgern für ein Gelingen der Wärmewende
- Ausreichend Ressourcen aller beteiligten Akteure, u. a. der jeweiligen Stadt, der Bauunternehmen und swb
- Akzeptanz für notwendige Baustellen in Bremen, die Vorteile der Fernwärme sollen möglichst vielen Kundinnen und Kunden zugute kommen
Erweiterung des Fernwärmenetzes in Schwachhausen
Abgehend von der Fernwärme-Verbindungsleitung erfolgt in Bremen-Schwachhausen die Erweiterung des Fernwärmenetzes. Vom Schwachhauser Ring ausgehend werden Teile der Georg-Gröning-Straße, Carl-Schurz-Straße und Metzer Straße erschlossen.
Aktuelles Anwohneranschreiben (03/2026)
Erweiterung des Fernwärmenetzes in Hemelingen
Das Fernwärmenetz in Bremen-Hemelingen wird mit einer neuen, etwa zwei Kilometer langen Leitung vom Strotthoffkai am Hemelinger Hafen bis zur ehemaligen Galopprennbahn an der Ludwig-Roselius-Allee erweitert. Die neue Fernwärmeleitung ergänzt den sogenannten Oststrang, der als zentrale Versorgungsleitung den Bremer Osten mit Fernwärme versorgt.
Aktuelles Anwohneranschreiben (11/2025)
Erweiterung des Fernwärmenetzes in Lehe
In Bremerhaven-Lehe erhalten Haushalte künftig Fernwärme aus der Müllverbrennungsanlage der Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft (BEG). Die neue Fernwärmeleitung ist rund 1.800 Meter lang und wird vom Heizwerk Lipperkamp bis zur A27 verlegt, wo der Anschluss an die bestehende Infrastruktur der BEG erfolgt. Damit wird die bisherige Fernwärmeversorgung aus dem gasbetriebenen Heizwerk Lipperkamp ersetzt.
Aktuelles Anwohneranschreiben (07/2026)
Zusätzlich werden weitere Projekte zur Netzerweiterung im Land Bremen umgesetzt.
Schritt für Schritt: Fernwärme für die Bremer Innenstadt
Die Bremer Innenstadt soll in den kommenden Jahren schrittweise an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Die Erschließung ist ab 2027 aus Richtung Osten geplant. Dort reicht das bisherige Fernwärmenetz aktuell bis zum Klinikum Bremen-Mitte in der Östlichen Vorstadt. Auf dieser Grundlage wird derzeit die konkrete Trassenführung für die Innenstadt erarbeitet.
Die erste Ausbaustufe betrifft das Gebiet innerhalb der Straßen Am Wall, Tiefer, Martinistraße und Sögestraße. Weitere angrenzende Bereiche der Innenstadt gelten als Potenzialgebiete und sollen in den Folgejahren schrittweise erschlossen werden. Langfristig ist zudem eine zusätzliche Anbindung aus westlicher Richtung denkbar. In diesem Bereich erstreckt sich das bestehende Fernwärmenetz bereits bis zur Daniel-von-Büren-Straße in der Bahnhofsvorstadt.
Darüber hinaus werden weitere Fernwärme-Ausbauprojekte im Land Bremen geprüft und vorbereitet.
Wer kann künftig vom Fernwärmeausbau profitieren?
Unternehmen
Fernwärme kann dazu beitragen, die mit der Wärmeversorgung einer Immobilie verbundenen Emissionen zu verändern und Wartungsaufwände einzusparen (mehr erfahren).
Bauträger und Investoren
Fernwärme kann eingesetzt werden, um Quartiere und Wohnungsbauprojekte zentral mit Wärme zu versorgen. Sie ist wartungsarm und kann, abhängig vom konkreten Projekt und den jeweils geltenden Anforderungen, zur Erfüllung einzelner Vorgaben beitragen (mehr erfahren).
Privatkunden
Fernwärme kann insbesondere dort eine Wärmeversorgungsoption sein, wo andere Alternativen zu fossiler Wärme schwer umzusetzen sind. Fernwärme ist dabei einfach zu installieren und vergleichsweise günstig (mehr erfahren).
Weitere Informationen zum Thema
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