Bremen verliert sein höchstes Bauwerk: Abriss der Steinkohle-Schornsteine im Hafen startet
Die Schornsteine der ehemaligen Steinkohleblöcke auf dem swb-Kraftwerksgelände im Hafen werden zurückgebaut. Mit dem über 250 Meter hohen Schornstein von Block 6 verschwindet das höchste Bauwerk der Stadt und ein prägendes Element der Bremer Skyline. Auch der rund 114 Meter und somit kleinere Schornstein von Block 5 wird abgetragen.
Ein Kapitel der Bremer Energiegeschichte endet
Mit dem Rückbau endet ein Kapitel der Bremer Energieversorgung und Industriegeschichte. Der Kohleblock 5 nahm 1968 den Betrieb auf, Block 6 folgte 1979. Mit den Stilllegungen in den Jahren 2016 und 2021 endete ihre Rolle für die Energieversorgung Bremens, die sie über Jahrzehnte geprägt hatten.
Gleichzeitig entsteht Raum für die Weiterentwicklung der Energieinfrastruktur am Standort: Flächen werden frei für neue Anlagen und Projekte, die auf eine klimafreundlichere Energieversorgung ausgerichtet sind. Bereits heute leistet das Mittelkalorik-Kraftwerk, eine Müllverbrennungsanlage am Standort, einen wichtigen Beitrag zur Fernwärmeversorgung im Bremer Westen sowie der Kreislaufwirtschaft
„Die Schornsteine haben das Stadtbild über viele Jahre geprägt. Ihr Rückbau ist ein sichtbares Zeichen dafür, wie sich die Energieversorgung hier vor Ort verändert. Unser Ziel ist es, die Region auch künftig zuverlässig mit Strom und Wärme zu versorgen und den Standort konsequent weiterzuentwickeln“, kommentiert Alexander Neuhaus, Geschäftsführer der swb Erzeugung GmbH.
Schrittweiser Rückbau bis Anfang 2028
Bereits seit März 2026 laufen erste Rückbaumaßnahmen im Inneren der Anlagen. Der Abbruch des kleineren Schornsteins von Block 5 hat im Juni 2026 begonnen und soll voraussichtlich bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Am größeren Schornstein von Block 6 wird der Rückbau von außen voraussichtlich ab November 2026 sichtbar. Die Arbeiten sollen bis Anfang 2028 abgeschlossen sein.
Der Zeitplan für den Abbruch verdeutlicht den technischen Aufwand des Rückbaus. Die Schornsteine werden über mehrere Monate hinweg schrittweise von oben nach unten abgetragen. Zum Einsatz kommen dabei spezielle Arbeitsgeräte, die am oberen Rand der Bauwerke positioniert werden und den Rückbau kontrolliert durchführen. Das anfallende Material wird im Inneren gesammelt und anschließend abtransportiert. Dieses Vorgehen ermöglicht eine präzise Umsetzung der Arbeiten und trägt dazu bei, Auswirkungen auf den laufenden Betrieb am Standort so gering wie möglich zu halten.
Der Wandel am Kraftwerksstandort im Hafen wird damit auch für die Bremerinnen und Bremer zunehmend sichtbar: Ein vertrautes Landmark verschwindet und macht Platz für die weitere Entwicklung des Standorts.
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