Strom sparen: Tipps für den Alltag
Strom ist ein wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens. In Zeiten steigender Strompreise lässt sich kaum verhindern, dass die Stromrechnung höher ausfällt als erwartet und eine Nachzahlung fällig wird. Einen Hebel, um Ihren Geldbeutel zumindest etwas zu entlasten, bleibt Ihnen aber: Strom sparen. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie im Alltag Ihren Stromverbrauch reduzieren – probieren Sie es aus!
Lesezeit: 6-7 Minuten
Inhalt:
Das Wichtigste in Kürze
- Sie sparen Strom u. a. durch das Vermeiden von Standby-Modi, Ausschalten von Lichtquellen, Nutzung von LED-Lampen, Verzicht auf Stromfresser und einen bewussteren Umgang mit elektronischen Geräten.
- Der größte Stromverbrauch tritt bei der Unterhaltungselektronik auf. Danach folgen Haushaltsgeräte und die Beleuchtung.
- Strom sparen schont nicht nur das eigene Portemonnaie, sondern entlastet auch die Stromnetze und ist in der Regel gut für die Umwelt.
Der Stromverbrauch in Deutschland
Strom sparen – Allgemeine Tipps
1. Strom selbst erzeugen
Wenn Sie selbst Strom erzeugen, müssen Sie weniger Strom von einem Energieversorgungsunternehmen beziehen. Mithilfe einer PV-Anlage, einem Balkonkraftwerk oder einer Kleinwindkraftanlage können Sie einen wesentlichen Teil der Stromversorgung selbst übernehmen.
Übrigens: Sie können nicht nur für sich selbst, sondern auch die Nachbarschaft Strom produzieren und damit sogar Geld verdienen. Lernen Sie hier mehr über das Konzept Energy Sharing.
2. Licht ausschalten
Lassen Sie Lampen nicht unnötig eingeschaltet und schalten Sie das Licht aus, sobald Sie einen Raum verlassen. Gerade in Haushalten mit vielen oder veralteten Lichtquellen summiert sich der Stromverbrauch aufs Jahr gerechnet.
3. LED-Lampen installieren
Der Wechsel auf moderne LED-Technik ist eine der einfachsten Möglichkeiten, um im Haushalt Strom zu sparen. Denn LED-Lampen verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom als alte Glüh- oder Halogenlampen. Zudem besitzen LEDs eine längere Lebensdauer und müssen seltener ausgetauscht werden.
4. Standby vermeiden, Geräte ausschalten
Elektrogeräte verbrauchen auch im Standby-Modus weiterhin Strom. Besonders Fernseher, Spielekonsolen oder Drucker ziehen oft dauerhaft Energie. Deshalb lohnt es sich, elektronische Geräte vollständig auszuschalten und vom Strom zu trennen. Mit abschaltbaren Steckerleisten geht es noch einfacher und Sie vermeiden unsichtbare Stromfresser.
5. Auf gewisse Geräte verzichten
Der Einsatz bestimmter Elektrogeräte ist nicht in jeder Situation notwendig. Dazu zählen beispielsweise Wäschetrockner, Föhne oder Klimaanlagen, denn Wäsche und Haare können häufig auch an der Luft trocknen und für eine kühle Wohnung gibt es andere Wege. Verzichten Sie also, immer wenn möglich, auf diese Geräte, um zuhause Strom zu sparen.
6. Ineffiziente Geräte austauschen
Ältere Geräte sollten nach 10 bis 15 Jahren ausgetauscht werden, weil es dann meist bereits deutlich effizientere Geräte gibt. Auch wenn das erst etwas Geld kostet, kann sich ein Austausch gegen ein energieeffizientes Modell langfristig lohnen. Achten Sie beim Neukauf auf den Stromverbrauch in kWh pro Jahr, eine gute Energieeffizienzklasse auf dem Energielabel und auf Recycling.
Strom sparen – Unterhaltungselektronik
1. Senken Sie die Bildschirmhelligkeit
Eine hohe Bildschirmhelligkeit sorgt für einen höheren Stromverbrauch bei Fernsehern, Monitoren und Laptops. Oft ist die voreingestellte Helligkeit unnötig hoch. Bereits eine leichte Reduzierung spart Energie und schont zusätzlich die Augen.
2. Auf kompakte Geräte setzen
Die Entwicklung geht hin zu immer größeren Fernsehern und Bildschirmen, doch diese benötigen meist mehr Strom als kleinere Modelle. Um Geld und Strom zu sparen, setzen Sie im Zweifel auf Geräte mit einer kleineren bzw. angemessenen Größe.
3. Ambient Light & Lichtspiele ausschalten
RGB-Beleuchtung, Ambient Light und andere Lichteffekte sehen zwar schön aus, verbrauchen jedoch zusätzliche Energie. Besonders bei Gaming-PCs, Tastaturen oder Fernsehern summiert sich der Stromverbrauch solcher Lichtspielereien. Schalten Sie diese aus, wenn Sie darauf verzichten können.
4. Fernseher/Bildschirm bei Nichtgebrauch ausschalten
Falls Sie den Fernseher ständig laufen lassen oder zusätzliche Monitore bei Nichtgebrauch nicht ausschalten, ist Ihr Stromverbrauch höher als nötig. Schalten Sie Fernseher sowie zweite oder dritte Bildschirme im Home Office oder beim Spielen von Videospielen nur bei tatsächlichem Gebrauch ein.
5. SDR statt HDR nutzen
Ein etwas technischerer Tipp ist, die HDR-Darstellungen Ihrer Bildschirme auf SDR umzustellen. Das verbraucht deutlich weniger Strom und der Qualitätsunterschied im Bild fällt selten ins Gewicht. Besonders bei kleineren Bildschirmen ist der Unterschied häufig kaum erkennbar.
6. Laptop statt Desktop-PC nutzen
Laptops verbrauchen in der Regel deutlich weniger Strom als klassische Desktop-PCs. Gleichzeitig sind sie platzsparend, mobil und für viele alltägliche Anwendungen vollkommen ausreichend.
Strom sparen – Kühlschrank & Gefrierschrank
1. Die richtige Temperatur einstellen
Für den Kühlschrank reichen etwa 7 °C im oberen Fach vollkommen aus, während im Gefrierschrank -18 °C empfohlen werden. Bereits ein Grad weniger kann den Stromverbrauch um rund sechs Prozent erhöhen. Eine korrekt eingestellte Temperatur spart daher Energie und hält Lebensmittel trotzdem frisch.
2. Kühlschrank schnell schließen
Je länger die Kühlschranktür geöffnet bleibt, desto mehr warme Luft gelangt ins Innere. Dadurch muss das Gerät stärker kühlen und verbraucht mehr Strom. Überlegen Sie deshalb möglichst vorher, was Sie aus dem Kühlschrank benötigen und schließen Sie ihn schnell wieder.
3. Keine warmen Speisen hineinstellen
Warme Speisen erhöhen die Temperatur im Kühlschrank deutlich. Das Gerät muss dann mehr Energie aufwenden, um wieder herunterzukühlen. Lassen Sie Essen daher zunächst auf Raumtemperatur abkühlen, bevor Sie es in den Kühlschrank stellen.
4. Verfügbaren Kühl-/Gefrierraum ausnutzen
Ein gut gefüllter Kühlschrank/Gefrierschrank arbeitet effizienter als ein fast leerer. Denn die Lebensmittel speichern die Kälte und sorgen dafür, dass die Temperatur im Inneren stabiler bleibt. Wichtig ist jedoch, dass der Kühlschrank nicht überfüllt wird und die Luft weiterhin zirkulieren kann – dabei helfen kann folgender Beitrag: Kühlschrank richtig einräumen.
5. Geräte regelmäßig abtauen
Eisschichten im Gefrierfach oder im Kühlschrank selbst erhöhen den Energieverbrauch erheblich. Bereits wenige Millimeter Eis sorgen dafür, dass das Gerät stärker arbeiten muss. Regelmäßiges Abtauen spart deshalb Strom und erhält die Leistungsfähigkeit des Kühlgeräts.
6. Beim Neukauf auf die Kühlkapazität achten
Ein zu großer Kühlschrank verbraucht unnötig viel Strom. Für ein bis zwei Personen reichen häufig bereits 100 bis 150 Liter Fassungsvermögen aus, pro weitere Person werden etwa 50 Liter zusätzlich empfohlen. Wählen Sie deshalb eine Größe, die zu Ihrem Bedarf passt.
Strom sparen – kochen & backen
1. Deckel auf dem Top lassen
Kochen mit Deckel auf dem Topf spart deutlich Energie, da die Wärme im Topf bleibt und das Wasser bzw. der Inhalt schneller erhitzt. Außerdem verkürzt sich so oft auch die Kochzeit.
2. Restwärme nutzen
Elektroherde und Backöfen bleiben nach dem Ausschalten noch einige Zeit warm. Diese Restwärme können Sie nutzen, indem Sie Herd oder Backofen schon ein paar Minuten vor Ende der Garzeit ausschalten. So sparen Sie Strom und das Essen wird trotzdem gar!
3. Kein Vorheizen beim Backofen
In vielen Fällen ist das oft empfohlene Vorheizen beim Backofen gar nicht notwendig. Besonders bei Aufläufen, Tiefkühlgerichten oder Kuchen gelingt das Backen auch ohne vorheriges Aufheizen problemlos. Nutzen Sie den Ofen auf Umluft und sparen Sie Strom.
Strom sparen – Waschmaschine
1. Stets voll beladen
Eine Waschmaschine sollte möglichst nur eingeschaltet werden, wenn sie gut gefüllt ist. So werden weniger Waschgänge benötigt und Wasser sowie Strom effizienter genutzt. Wichtig ist jedoch, die Trommel nicht zu überladen, damit die Wäsche weiterhin sauber wird.
2. Öko-Programm nutzen
Eco-Programme benötigen zwar meist mehr Zeit, verbrauchen dafür aber deutlich weniger Energie und Wasser. Der geringere Stromverbrauch entsteht vor allem durch niedrigere Temperaturen und effizientere Waschabläufe. Für normal verschmutzte Alltagswäsche reicht das Eco-Programm häufig vollkommen aus.
3. Auf niedrigen Temperaturen waschen
Moderne Waschmittel reinigen Kleidung bereits bei 30 °C oder 40 °C zuverlässig. Da das Erhitzen des Wassers den größten Teil des Energieverbrauchs verursacht, sparen niedrigere Temperaturen besonders viel Strom. Gleichzeitig wird häufig auch die Kleidung geschont.
Strom sparen – Durchlauferhitzer
Wird warmes Wasser durch einen Durchlauferhitzer aufbereitet, kann dies einen wesentlichen Anteil am jährlichen Stromverbrauch ausmachen. Diese Tipps für den Durchlauferhitzer helfen:
1. Die richtige Temperatur einstellen
Für den Alltag im Badezimmer reichen meist bereits 39 °C vollkommen aus. Wenn das Wasser vorher zu stark erhitzt wurde, muss das Wasser unnötig mit Kaltwasser heruntergekühlt werden. Eine automatische Optimierung bietet dabei der Eco-Modus.
2. Durchlauferhitzer regelmäßig entkalken
Kalkablagerungen im Gerät verschlechtern mit der Zeit die Heizleistung eines Durchlauferhitzers. Dadurch wird mehr Energie benötigt, um Wasser auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Eine regelmäßige Entkalkung sorgt dafür, dass das Gerät effizient arbeitet und weniger Strom verbraucht.
3. Warmwasser bewusst nutzen
Unnötig laufendes Warmwasser erhöht den Energieverbrauch erheblich. Wer bewusst kürzer duscht und Hände wäscht, kann den Stromverbrauch deutlich senken. Außerdem lässt sich so auch Wasser sparen.
4. Moderne Modelle einsetzen
Ältere, hydraulisch gesteuerte Durchlauferhitzer arbeiten häufig deutlich ineffizienter als moderne Geräte. Elektronische Modelle regeln die Temperatur präziser und passen die Leistung besser an den tatsächlichen Bedarf an. So können Sie auch beim Durchlauferhitzer Strom sparen.
Mit unseren einfachen Stromspartipps kann jede Person einen Beitrag für sich, die Netzauslastung und die Umwelt leisten. Denn weniger Stromverbrauch bedeutet ‐ je nach Stromquelle – auch weniger Emissionen. Selbst kleine Veränderungen im Alltag können im Haushalt viel Strom einsparen und kollektiv gesehen eine große Wirkung erzielen.
Sie haben noch Fragen zu Strom-, Energie- oder Wärmethemen? Dann testen Sie unsere kostenlose swb Energieberatung!
Welcher Bereich im Haushalt verbraucht am meisten Strom?
Den größten Anteil am Stromverbrauch deutscher Haushalte hat die Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. Dazu zählen unter anderem Fernseher, Computer, Router und Spielekonsolen.
Wie kann man Strom sparen?
Strom sparen lässt sich mit unseren Tipps einfach in den Alltag integrieren und gelingt beispielsweise durch LED-Beleuchtung, das Vermeiden von Standby-Modi, die Nutzung von Eco-Programmen und energieeffiziente Haushaltsgeräte. Auch selbst erzeugter Strom durch eine PV-Anlage oder ein Balkonkraftwerk kann helfen.
Wie kann ich meinen Stromverbrauch messen?
Mit einem Strommessgerät können Sie den Verbrauch einzelner Elektrogeräte ermitteln. Ihren gesamten Stromverbrauch können Sie außerdem am Stromzählerstand auf Ihrem Stromzähler oder auf Ihrer Stromabrechnung ablesen.
Was ist der durchschnittliche Stromverbrauch in Deutschland?
Ein Einpersonenhaushalt verbraucht durchschnittlich etwa 1.500 bis 2.000 kWh Strom pro Jahr. Wenn Sie als Einpersonenhaushalt weniger als 1.300 kWh pro Jahr verbrauchen, sind Sie besonders sparsam.
Sind Eco-Programme wirklich sparsamer?
Ja, Eco-Programme benötigen zwar häufig mehr Zeit, verbrauchen dafür aber weniger Strom und Wasser. Besonders bei Waschmaschinen und Geschirrspülern sind sie häufig die energieeffizienteste Wahl.
Verbraucht ein Ladegerät Strom, wenn kein Handy angeschlossen ist?
Ja, moderne Ladegeräte verbrauchen zwar nur sehr geringe Mengen Strom, dennoch kann sich das vollständige Trennen vom Stromnetz lohnen.