Was ist Ökostrom – einfach erklärt!
ÖkostromAls Ökostrom wird Strom bezeichnet, der zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen, wie zum Beispiel Wasserkraft oder Sonnenenergie, stammt. Für die gelieferten Strommengen werden entsprechende Herkunftsnachweise beim Umweltbundesamt entwertet. Beim Bezug von Ökostrom wird trotzdem immer ein Strommix über das allgemeine Stromnetz geliefert. ist die elektrische Energie, die aus Erneuerbaren-Energie-Anlagen (EE-Anlagen) mithilfe von Wasserkraft, Sonnenenergie, Biomasse etc. gewonnen wird. Laut Umweltbundesamt wurde 2023 erstmals mehr als 50 % des produzierten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt. Den größten Anteil hat dabei die Windenergie geleistet. Ökostrom könnte Verbrauchenden die Möglichkeit geben, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Aber tut er das wirklich? Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, warum Ökostrom nicht gleich Ökostrom ist, welche Kritik es an dieser Stromart gibt und worauf Sie achten müssen.
Lesezeit: 5 Minuten
Inhalt:
- Definition: Ökostrom
- Vorteile & Bedarf von Ökostrom
- Kritische Fragen zu Ökostrom
- Darauf müssen Sie beim Ökostrom achten
- Fazit: Lohnt sich Ökostrom?
- Ökostrom von swb
Definition: Ökostrom
Eine einheitliche Definition für Ökostrom gibt es nicht und da der Begriff nicht geschützt ist und es keine gesetzlich verankerte Ökostrom-Definition gibt, wird er oft auch als nachhaltiger Strom, Grünstrom oder Naturstrom bezeichnet. Wichtig ist allerdings, dass nur derjenige Ökostrom als Ökostrom o. ä. bezeichnen darf, der den Nachweis über die Herkunft der Strommengen aus erneuerbaren Energien erbringen kann.
Vorteile & Bedarf von Ökostrom
1. Keine fossilen Brennstoffe
Bei der Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie entstehen im Betrieb keine direkten CO2-Emissionen; die Emissionen über den gesamten Lebenszyklus unterscheiden sich je nach Erzeugungsart. Das trägt zur Reduktion von CO2-Emissionen in der Atmosphäre bei.
2. Zukunftsorientiertheit
Anders als fossile Brennstoffe sind erneuerbare Energiequellen – auch wenn sie natürlichen Schwankungen ausgesetzt sind – unerschöpflich. Dies sichert die Energieversorgung für die aktuellen und zukünftigen Generationen.
3. Reduzierte Abhängigkeit = verbesserte Energiesicherheit
Länder, die Brennstoffe importieren müssen, sind anfälliger für Preisschwankungen und können durch politische Ereignisse in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der Ausbau von Ökostrom und erneuerbaren Energien erhöht die Energiesicherheit und macht Länder energieunabhängiger von anderen Ländern.
4. Bessere Luftqualität
Das Verbrennen von fossilen Brennstoffen mindert die allgemeine Luftqualität. Wenn Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ersetzt wird, können die dabei entstehenden Luftschadstoffemissionen sinken.
5. Internationale Verpflichtungen
Zusätzlich haben sich viele Länder z.B. im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens verpflichtet, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Der Ausbau von Ökostrom ist ein essenzieller Schritt, um diese globalen Klimaziele zu erreichen.
Kritische Fragen zu Ökostrom
Wieso gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für Ökostrom?
Da es keine gesetzlich festgelegte Definition für Ökostrom gibt, bezeichnen Unternehmen Ökostrom gerne auch als grünen Strom, Naturstrom etc. Dies führt leider immer wieder zur Verwirrung auf Verbraucherseite. Gemeint ist aber das Gleiche.
Ist Ökostrom Schwankungen ausgesetzt?
Ja.
Bei der Erzeugung gibt es Schwankungen, was einer der größten Nachteile von Ökostrom ist. Denn wenn z.B. die Sonne nicht scheint, wird mit Photovoltaik-Anlagen kein Strom produziert. Die Lösung dafür ist, zu diversifizieren und auf mehrere erneuerbare Energien gleichzeitig zu setzen.
Wird Ökostrom aus dem Ausland importiert?
Ja, teilweise.
Es stimmt, dass Ökostrom in einigen Fällen aus dem Ausland importiert wird. Deutschland könnte sich in solchen Fällen theoretisch auch selbst versorgen, müsste dafür aber wieder Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen hochfahren. Daher wird beispielsweise Strom aus Dänemark oder Norwegen importiert. So wird immerhin der Ökostrom im Ausland gefördert. Außerdem exportiert Deutschland mitunter auch Ökostrom in Länder, die von konventioneller Stromerzeugung abhängig sind. Wer generell den Ausbau von Ökostrom im Inland unterstützen möchte, sollte ein stromanbietendes Unternehmen mit entsprechenden Herkunftsnachweisen wählen.
Diese Herkunftsnachweise gelten als eine Art „Geburtsurkunde“ für jede in Europa erneuerbar erzeugte Megawattstunde Strom. Dadurch können europäische Stromversorger nur die Menge an Ökostrom ausweisen, die auch tatsächlich produziert worden ist.
Übrigens: In diesem Kontext fällt häufiger der Begriff „Graustrom“. So wird Strom bezeichnet, dessen Herkunft unklar ist. Ob dieser erneuerbar oder herkömmlich erzeugt wurde, spielt dabei keine Rolle.
Investieren Stromanbieter in den Ausbau von Ökostrom?
Das kommt auf das stromanbietende Unternehmen an. Häufig wird kritisiert, dass Unternehmen Ökostrom anbieten, aber nicht in eine erneuerbare Stromproduktion investieren. Einige Unternehmen haben jedoch nicht die Kapazitäten und Möglichkeiten, dies zu tun. Allerdings unterstützen viele stromanbietende Unternehmen indirekt den Ausbau von Ökostrom. Derartige Unternehmen lassen sich mithilfe von Herkunftsnachweisen identifizieren.
Warum wird trotz Ökostromtarif ein Strommix geliefert?
Es wird häufig angenommen, dass nach dem Abschluss eines Ökostromtarifs im Haushalt auch 100 % Ökostrom ankommt – das ist jedoch nicht der Fall. Beim Strom muss zwischen dem physikalischen und bilanziellen Strom unterschieden werden.
Der physikalisch erzeugte Strom wird (außer beim Eigenverbrauch einer PV-Anlage) ins Stromnetz eingespeist und vermischt sich dann mit dem restlichen Strom – dieser Pool wird bildlich auch als Stromsee bezeichnet. Der bilanzielle Strom ist der Strom, der laut Abrechnung geliefert wird. Daher ist es tatsächlich so, dass aus der Steckdose immer ein Strommix aus dem Stromsee kommt, auch wenn ein anderer in der Abrechnung steht.
Da Unternehmen natürlich insgesamt trotzdem so viel Ökostrom im Netz bereitstellen müssen, wie viel sie an ihre Kundinnen und Kunden* verkaufen, trägt jeder Abschluss eines Ökostromtarifs auch dazu bei, dass entsprechende Kapazitäten zur Erzeugung von Ökostrom vorgehalten bzw. ausgebaut werden müssen – ob vom Unternehmen selbst oder von Zulieferern.
Übrigens: Unser Stromnetz muss eine Menge leisten und managen, um rund um die Uhr Strom für alle zur Verfügung zu stellen. Wie genau das funktioniert, erfahren Sie in unserem Artikel über Smart Grids.
Grüner Strom könnte sich lohnen, denn sein Anteil am Gesamtstrom sowie der weitere Ausbau von Ökostrom kann durch den Bezug positiv beeinflusst werden – sofern Unternehmen bzw. deren Zulieferer den Ausbau fördern. Falls Sie auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie auf Folgendes achten:
1. Herkunftsnachweis prüfen
Die rein rechnerische Zuordnung erneuerbarer Strommengen durch günstig eingekaufte Herkunftsnachweise (HKNs) wird durch das Herkunftsnachweisregister beim Umweltbundesamt dokumentiert.
2. Stromzusammensetzung beachten
Stromlieferanten sind laut § 42 EnWG dazu verpflichtet, ihre Stromzusammensetzung offenzulegen und kenntlich zu machen. Dank dieser Stromkennzeichnungspflicht können Sie selbstständig überprüfen, wie groß der Anteil des Ökostroms beim jeweiligen Anbieter ist.
3. Selbstständig nachfragen & erkundigen
Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall selbst bei den Unternehmen, ob sie wirklich etwas für erneuerbare Energien tun. Es gibt viele Unternehmen, die sich engagieren und verpflichtet haben, einen Teil der Einnahmen in den Ausbau von erneuerbaren Energien zu investieren und so die Produktion von Ökostrom zu verbessern.
Tipp: Der beste Strom ist der, der nicht verbraucht wird. Wir zeigen Ihnen einfache Tipps und Tricks, wie Sie im Alltag Strom sparen können.
Fazit: Lohnt sich Ökostrom?
Möchte man beispielsweise kritisieren, dass die Erzeugung von erneuerbarem Strom schwierig zu prognostizieren ist, so ist das legitim. Auch ist der Hinweis berechtigt, dass Ökostromtarife oft teurer als andere sind. Das gilt allerdings nicht für die gesellschaftlichen Folgekosten im Vergleich zu fossilen Energieträgern, die letztlich auch von Verbrauchenden getragen werden. Fest steht, dass mit einem wachsenden Anteil an Menschen, die Ökostrom beziehen, auch die Infrastruktur für erneuerbare Energien immer weiter ausgebaut und verbessert wird, was zur Nivellierung von Schwankungen beiträgt.
Schauen Sie nach Herkunftsnachweisen, beachten Sie die Stromzusammensetzung und informieren Sie sich regelmäßig.
Ökostrom von swb: 100 % aus deutschen Wind- und Wasserkraftanlagen
Wir bei swb beziehen die Herkunftsnachweise aus Deutschland aus Wind- und Wasserkraft. In unserem Weserkraftwerk und mit den Solarmodulen am Weserstadion erzeugen wir Strom aus Wasserkraft und Solarenergie.
Erfahren Sie in unserem Artikel gerne noch mehr über unser Kraftwerk am Weserwehr sowie Wasserkraftwerke im Allgemeinen.
Tipp: Schauen Sie gerne hier vorbei, wenn Sie an unserem swb Ökostrom Für die im Vertragszeitraum gelieferten Strommengen werden Herkunftsnachweise beim Umweltbundesamt entwertet. Der Strom wird über das allgemeine Stromnetz geliefert. Weitere Informationen finden Sie im Rahmen der Stromkennzeichnung. oder unserem Werder Strom interessiert sind.