Wie funktioniert das Wallbox-Sharing?
Wenn Sie Ihre Wallbox mit anderen teilen möchten, muss die Wallbox einen entsprechenden Zähler haben. Möchten Sie Ihre Wallbox nur im privaten Kreis zur Verfügung stellen, reicht eine Wallbox mit MID-Zähler (Measuring Instruments Directive). Soll Ihre Wallbox jedoch komplett öffentlich nutzbar sein, so muss diese einen ME-Zähler haben (Mess- und Eichfrist).
Beide Wallbox-Zählerarten sind gesetzlich vorgeschrieben und helfen dabei, den Stromverbrauch genauestens zu erfassen und transparent zu gestalten. So entstehen keine Probleme beim Abrechnen.
Die Nutzerinnen und Nutzer* Ihrer Wallbox können via App Ihre Wallbox mitsamt Ladegeschwindigkeit sehen und sie teilweise sogar vorab reservieren. Sind die Wallboxen internetfähig und nutzen den OCPP-Standard (Open Charge Point Protocol), so ermöglichen sie eine bequeme Abrechnung via App oder Mobilstromkarte. Manche können auch nach App-Einrichtung per Scan eines QR-Codes genutzt werden.
Das müssen Sie beim Wallbox-Sharing beachten
1. Stromverbrauch mit richtigem Zähler erfassen
Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, dass Sie den Stromverbrauch der Wallbox genau erfassen. Nur so können Sie beim Wallbox-Sharing eine transparente Abrechnung sicherstellen.
Daher gilt: Wenn Sie sich eine Wallbox mit anderen Haushalten privat teilen möchten, reicht ein MID-Zähler. Für eine öffentliche Freigabe der Wallbox zur Unterstützung der Ladeinfrastruktur empfiehlt sich ein ME-Zähler.
2. Vertrag aufsetzen
Um spätere Missverständnisse oder Streitigkeiten zu vermeiden, ist es ratsam, einen kurzen Vertrag aufzusetzen – auch für den Freundeskreis. Darin sollten zum Beispiel der Strompreis, die verfügbaren Nutzungszeiten, Wartungspflichten etc. abgedeckt sein.
3. Kleingewerbe anmelden & Finanzamt informieren
Wird das Wallbox-Sharing mit Gewinnabsicht angeboten, wird es als unternehmerische Tätigkeit gewertet werden. In diesem Fall ist es erforderlich, ein Kleingewerbe beim zuständigen Gewerbeamt anzumelden. Um alle steuerlichen Pflichten korrekt zu erfüllen, sollte außerdem das Finanzamt über die Einnahmen informiert werden.
Mithilfe dieser Apps wird Wallbox-Sharing möglich
Möchten Sie Ihre Wallbox öffentlich via App nutzbar machen, so können Sie das ganz einfach mit speziellen Wallbox-Sharing-Apps bewerkstelligen. Hier eine kleine Auswahl beliebter Sharing-Apps:
- &Charge
- AirElectric
- ChargeAtFriends
- Cocharge
- Obelisk
- Sharepnp
- YouCharge.Me
- Zaptec
Warum das Teilen einer privaten Ladesäule sinnvoll ist
Wenn Sie Ihr E-Auto laden möchten, aber keine eigene Wallbox besitzen, kann es zeitraubend sein, eine passende öffentliche Säule aufzusuchen und dort ggf. warten zu müssen. Andersherum: Wenn Sie eine eigene Wallbox besitzen, können Sie Ihr Auto zwar jederzeit laden, jedoch bleibt die Wallbox auch viele Stunden ungenutzt. Wer seine private Wallbox anderen zur Verfügung stellt, kann damit Gutes für sich selbst und sein Umfeld tun. Das sind die Vorteile vom Wallbox-Sharing:
1. Vorteil: Beitrag zur Mobilitätswende
Wenn Sie sich eine Lademöglichkeit mit anderen teilen, helfen Sie aktiv mit, den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland zu verbessern.
2. Vorteil: effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen
Statt dass die Ladesäule über viele Stunden ungenutzt bleibt, wird sie besser ausgelastet. Das Wallbox-Sharing ist nachhaltig und wirtschaftlich sinnvoll – sowohl im privaten als auch im gemeinschaftlichen Kontext.
3. Vorteil: Unterstützung der Nachbarschaft
Viele Menschen haben keinen eigenen Stellplatz und deshalb auch keine Wallbox. Besonders in urbanen Wohngebieten mit dichter Bebauung ist das der Fall. Wenn Sie sich eine Wallbox mit der Nachbarschaft teilen, kann das deshalb einen positiven Nebeneffekt haben: Es fördert den Austausch und damit möglicherweise den Zusammenhalt Ihrer Community.
4. Vorteil: Möglichkeit für ein Nebeneinkommen
Über spezielle Plattformen oder durch feste Absprachen innerhalb der Nachbarschaft kann eine geteilte Wallbox eine Einnahmequelle sein, wenn Sie für Ladevorgänge eine kleine Gebühr erheben. So können Sie zum Beispiel die Anschaffungskosten Ihrer Wallbox refinanzieren oder ein kleines Zusatzeinkommen aufbauen. Beachten Sie dabei aber auf jeden Fall die rechtlichen Vorgaben.
Wallbox-Sharing für Vermieterinnen und Vermieter*
Auch für Vermieterinnen und Vermieter* kann das Wallbox-Sharing interessant sein. Denn in Mehrfamilienhäusern oder auf größeren Grundstücken lassen sich mehrere Ladepunkte installieren, die von den Mietenden gemeinsam genutzt werden können. Statt für jede Wohnung eine eigene Wallbox bereitzustellen, kann beispielsweise ein kleiner Ladepark mit mehreren Wallboxen entstehen, der zentral organisiert wird.
Über digitale Abrechnungssysteme, Apps oder via Stromkarte lässt sich der Stromverbrauch den jeweiligen Nutzerinnen und Nutzern* zuordnen. Das erleichtert die Verwaltung und kann gleichzeitig die Attraktivität der Immobilie steigern – insbesondere für Menschen mit Elektroauto oder für solche, die künftig auf Elektromobilität umsteigen möchten.
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* Wir leben Diversität und heißen alle Menschen willkommen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Behinderung und Identität. Wir sind davon überzeugt, dass uns Vielfalt bereichert und im gemeinsamen Arbeiten voranbringt. Deshalb haben wir 2017 die Charta der Vielfalt unterzeichnet.