So können Sie Gas sparen
Noch immer werden rund 16,5 Prozent (Stand: 1. Halbjahr 2026) des erzeugten Stroms aus dem fossilen Brennstoff Erdgas gewonnen. Da Erdgas größtenteils importiert wird und durch Krisen und Kriege zunehmend teurer geworden ist, sollte es möglichst effizient eingesetzt werden. Wir zeigen Ihnen mit unseren Tipps und Tricks, wie Sie Gas sparen können.
Lesezeit: 4 Minuten
Inhalt:
Warum Sie Gas sparen sollten
Der offensichtlichste Anreiz, Erdgas einzusparen, ist die Reduktion von Kosten. Gas ist eine endliche Ressource – daher ist es unausweichlich, dass es in der Zukunft knapper und somit teurer werden wird. Je nachdem woher das Gas kommt, spielen auch noch Abhängigkeiten von anderen Ländern eine Rolle. Deswegen sollten Sie Ihren Gasverbrauch reduzieren, um Kosten zu sparen.
Aber Gas sparen schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Denn auch wenn Erdgas unter den fossilen Brennstoffen beim Verbrennen am wenigsten Kohlenstoffdioxid (CO2) freisetzt, so trägt es dennoch zum Klimawandel bei. Um das Klima zu schützen, sollten Sie daher versuchen, auf andere Alternativen umzusteigen.
10 Tipps, um in jedem Haushalt Gas zu sparen
1. Tipp: sparsames Heizen
Beim Heizen lässt sich häufig Gas sparen und dadurch können die laufenden Gaskosten sinken. Dabei reduziert jedes Grad weniger Ihre Heizkosten um ca. 6 Prozent. Um die Heizkosten zu senken, sollte auch eine Nachtabsenkung der Heizung erfolgen. Weiterhin sollten Heizkörper heruntergedreht werden, wenn Sie länger nicht zuhause sind. Halten Sie außerdem Türen geschlossen, um ein Entweichen der Wärme zu verhindern.
Tipp: Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zum richtigen Heizen. Dort erfahren Sie auch, welche Heizstufe für wie viel Grad steht.
2. Tipp: regelmäßig Heizung entlüften
Wenn die Heizung nur teilweise warm wird und Sie ein gluckerndes Geräusch im Heizkörper oder in den Leitungen wahrnehmen, ist das in der Regel auf Luft im Heizsystem zurückzuführen. Mit einem Entlüfterschlüssel können Sie ganz einfach die überschüssige Luft aus dem Heizkörper lassen. Überprüfen Sie anschließend, ob genügend Druck im Heizungssystem vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, so füllen Sie etwas Wasser nach.
3. Tipp: Heizungen nicht zustellen
Stellen Sie Heizkörper nicht mit Tischen, Möbeln oder Ähnlichem zu, da so die Effizienz der Heizung geschmälert wird und Sie mehr heizen müssen. Achten Sie also darauf, dass die Heizkörper nicht verdeckt sind, um die Wärme optimal an den Raum abzugeben. Zusätzlich sollten Sie freiliegende Heizungsrohre in unbeheizten Bereichen isolieren, um ungewollten Wärmeverlust zu verhindern.
4. Tipp: Gas sparen beim Warmwasser
Für die tägliche Hygiene wie z. B. Händewaschen ist warmes Wasser zwar angenehmer, aber es verbraucht auch mehr Energie als kaltes. Durch bewusstes Nutzen von kaltem Wasser können Sie Energie und Gas sparen. Je nach Gebäude und Voraussetzungen können Sie für die Warmwasserbereitung eine Solaranlage oder ein Balkonkraftwerk nutzen. Bei dafür geeigneten Geräten kann ein Warmwasseranschluss den Strombedarf für das Aufheizen des Wassers verringern. Beachten Sie hierzu die Bedienungsanleitung und lassen Sie sich gegebenenfalls von Fachpersonal beraten.
5. Tipp: Duschen statt baden
Um Ihren Warmwasserverbrauch weiter zu reduzieren und Gas zu sparen, empfehlen wir Ihnen lieber zu duschen als zu baden. Denn ein Vollbad verbraucht etwa dreimal so viel Energie und Wasser wie eine Dusche. Zusätzlich sollten Sie beim Einseifen und Rasieren das warme Wasser abstellen und einen Sparduschkopf verwenden.
6. Tipp: Gas sparen beim Kochen
Bei einem Gasherd lässt sich die Flamme unmittelbar regulieren und die Hitze steht ohne Vorheizen einer Kochplatte zur Verfügung. Kochen Sie bei einem Gasherd mit möglichst kleinen Töpfen mit passenden Deckeln auf kleiner Flamme, um Gas zu sparen.
7. Tipp: Stoßlüften statt Fenster auf Kipp
Beim Lüften können Sie Energie sparen, indem Sie fünf bis zehn Minuten stoßlüften, anstatt die Fenster über einen längeren Zeitraum „auf Kipp“ zu stellen. Der schnelle Luftaustausch verhindert nicht nur eine zu hohe Luftfeuchtigkeit und die damit einhergehende Schimmelgefahr, sondern auch das Auskühlen der Wohnung. Damit sich die Wärme gut im Raum hält, sollten besonders Fenster gut isoliert werden z. B. mit Isolierklebeband.
Tipp: Erfahren Sie in unserem Magazin noch mehr über das richtige Lüften sowie über das Entfernen von Schimmel.
8. Tipp: regelmäßige Wartung
In Neubauten ist die modernste Technik verbaut, doch bei älteren Häusern sollte man genau hinsehen. Es empfiehlt sich, besonders in älteren Häuser und Wohnungen die Technik regelmäßig warten und prüfen zu lassen, um Optimierungspotenziale zu finden.
9. Tipp: Neue Heizung einbauen
Der Einbau eines neuen Heizsystems geht mit einer hohen Investition einher, aber diese kann sich schnell amortisieren, wenn dadurch der Gasverbrauch erheblich gesenkt wird. Ob sich ein neues Heizsystem wirtschaftlich lohnt und wie stark es den Gasverbrauch senkt, hängt insbesondere von Gebäude, bestehender Anlage und Nutzung ab. Moderne Systeme bieten viele Möglichkeiten – von Fußbodenheizung bis Infrarotheizung – um im Haushalt Gas zu sparen.
10. Tipp: Smart-Home-Anwendungen nutzen
Häuser und Wohnungen werden immer smarter und liefern verschiedene Funktionen, um Gas zu sparen. So können z. B. Raumthermostate dafür sorgen, dass nur dann geheizt wird, wenn auch Personen zuhause sind. Mithilfe von Geo-Fencing könnte sogar die Wohnung vorgeheizt werden, wenn Personen in einen gewissen Radius vom Haus kommen.
FAQ
Häufige Fragen und Antworten
Wie kann ich meinen Gasverbrauch berechnen?
Der Gasverbrauch wird wie folgt berechnet: kWh x Brennwert x Zustandszahl.
Was ist der Brennwert?
Der Brennwert beschreibt die Energiemenge, die beim Verbrennen des Gases freigesetzt wird. Er wird in Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m³) angegeben und variiert je nach Gaszusammensetzung. Ein höherer Brennwert bedeutet mehr Energie pro Kubikmeter Gas. Der Brennwert steht auf der letzten Rechnung.
Was ist die Zustandszahl?
Die Zustandszahl berücksichtigt die Umgebungsbedingungen wie Temperatur und Luftdruck, die sich auf das Gasvolumen auswirken. Da diese Bedingungen je nach Region und Jahreszeit schwanken können, wird durch die Zustandszahl der Gasverbrauch präziser ermittelt, sodass er vergleichbarer ist. Die Zustandszahl kann auf der letzten Rechnung nachgelesen werden.
Was sind typische Ursachen für einen hohen Gasverbrauch?
Häufige Ursachen sind eine veraltete oder ineffizient gewartete Heizungsanlage, mangelnde Dämmung, schlecht isolierte Fenster und Türen sowie ineffiziente Heizgewohnheiten.
Wie erkenne ich, ob mein Gasverbrauch zu hoch ist?
Ein hoher Gasverbrauch lässt sich an plötzlichen Steigerungen in der Jahresabrechnung erkennen. Das Nachfragen beim Erzeugungsunternehmen oder das Analysieren des Verbrauchs in einer entsprechenden App kann Aufschluss geben. Ebenso hilft ein Vergleich mit dem Durchschnittsverbrauch anderer Haushalte.
Wie viel Gas verbraucht ein Haushalt pro Jahr?
Ein 1-Personen-Haushalt verbraucht im Jahr in der Regel zwischen 4.000 bis 6.000 kWh Gas.
Ein 2-Personen-Haushalt liegt zwischen 7.000 bis 10.000 kWh Gas pro Jahr und ein 4-Personen-Haushalt liegt circa zwischen 12.000 und 18.000 kWh.
Übrigens: Der Gasverbrauch pro Haushalt hängt nicht nur mit der Personenanzahl, sondern vor allem auch mit der Wohnfläche zusammen, da bei mehr Fläche in der Regel auch mehr Gas benötigt wird, zum Beispiel fürs Heizen.
Was passiert, wenn die Gasversorgung knapp wird?
Sollte es unerwartet zu Engpässen kommen, gibt es einen bundesweiten, dreistufigen Gas-Notfallplan. Dieser Gas-Notfallplan dient dazu, in erster Linie die Versorgungssicherheit von kritischer Infrastruktur wie z. B. Krankenhäusern zu gewährleisten und mögliche Versorgungsengpässe zu vermeiden. Die drei Stufen sind wie folgt:
1. Frühwarnstufe
In dieser Stufe wird eine Versorgungsknappheit erwartet, aber der Markt ist noch in der Lage, die Nachfrage zu decken. Der Staat beobachtet die Lage.
2. Alarmstufe
In der Alarmstufe bestehen bereits Störungen in der Gasversorgung und/oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage. Der Staat trifft erste Vorbereitungen, greift aber noch nicht ein.
3. Notfallstufe
Wird die Notfallstufe ausgerufen, so ist die Gasversorgung erheblich beeinträchtigt und der Markt allein reicht nicht aus, um die Nachfrage zu decken. In diesem Fall greift der Staat ein, um die Verteilung des verfügbaren Gases zu steuern.
Falls Sie Ihr Haus auf Mängel prüfen möchten oder Fragen zu Ihrem Energieverbrauch haben, können Sie sich jederzeit von unserem Expertenteam beraten lassen. Die kostenlose & unverbindliche Energieberatung von swb ist für Sie da. Wir helfen Ihnen gerne!
Anleitung & Tipps
Tipps & Tricks
Tipps für den Alltag