Der digitale Batteriepass fürs E-Auto
Ein wichtiger Baustein der Mobilitätswende sind Elektroautos. Doch woher stammen eigentlich die Rohstoffe für die E-Auto-Batterien, wie werden sie produziert und was passiert nach ihrem Einsatz im Fahrzeug? Antworten auf diese Fragen soll im Februar 2027 der Batteriepass liefern. Alles Wichtige dazu in diesem Artikel.
Lesezeit: 2-3 Minuten
Inhalt:
Das Wichtigste auf einen Blick
Was?
Der Batteriepass ist ein digitaler Ausweis für Batterien, der Informationen zu Herkunft, Herstellung, Nutzung, Lebensdauer und Recycling enthält.
Wann?
Die Pflicht für einen Batteriepass gilt ab dem 18. Februar 2027 für E-Auto-Batterien, Batterien von E-Bikes und E-Scootern sowie Industriebatterien mit mehr als 2 kWh Kapazität.
Wieso?
Der Batteriepass soll mehr Transparenz zu verursachten CO2-Emissionen und bisheriger Nutzung schaffen, das Recycling von Batterien fördern und die Kreislaufwirtschaft stärken.
Was ist der Batteriepass fürs E-Auto?
Der Batteriepass ist wie eine digitale Akte mit allen wichtigen Informationen über die Batterie. Der sogenannte digitale Zwilling dokumentiert den gesamten Lebenszyklus und gibt Auskunft über Herkunft, Herstellung, Nutzung und Entsorgung bzw. Wiederverwendung. So bleibt die gesamte Historie der Batterie digital nachvollziehbar.
Ziel des Batteriepasses in der EU ist es, alle Eckdaten zur Batterie lückenlos nachvollziehbar zu machen und die Vorgaben der EU-Batterieverordnung umzusetzen. Gleichzeitig soll die Kreislaufwirtschaft gestärkt werden, indem Informationen über Materialien, Zustand und Recyclingmöglichkeiten jederzeit verfügbar sind.
Welche Informationen umfasst der Batteriepass?
Der Batteriepass enthält umfangreiche technische, ökologische und regulatorische Informationen. Dazu gehören unter anderem Angaben zur Herkunft der verwendeten Rohstoffe, zu CO2-Emissionen und mehr.
Folgende Informationen müssen im Batteriepass abgedeckt sein:
- Allgemeine Batterie- und Herstellerinformationen
- Leistung, Zustand und Lebensdauer
- Batteriematerialien und chemische Zusammensetzung
- Konformität, Kennzeichnungen und Zertifizierungen
- CO2-Emissionen der Batterie
- Sorgfaltspflichten innerhalb der Lieferkette
- Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz
Übrigens: Der neue Batteriepass ist damit wie ein digitaler Ausweis für E-Auto-Batterien. Für Gebäude gibt hingegen schon länger einen Ausweis. Lesen Sie in diesem Beitrag alles Wichtige über den Energiepass für Gebäude.
Batteriepass: Ab wann ist er Pflicht?
Die Pflicht zur Bereitstellung eines Batteriepasses gilt ab dem 18. Februar 2027. Bis dahin müssen Herstellerunternehmen und andere betroffene Unternehmen in der EU die notwendigen Daten erfassen und digitale Systeme schaffen, um die geforderten Informationen bereitzustellen.
Übrigens: Die ursprüngliche „Batteriepass-Verordnung“ (EU-Batterieverordnung) trat bereits am 18. August 2023 in Kraft und wird seit dem 18. Februar 2024 in allen Mitgliedstaaten umgesetzt.
Für welche Batterien ist der Batteriepass erforderlich?
Ab dem 18. Februar 2027 müssen für diese Batterien alle relevanten Informationen digital verfügbar sein:
- Fahrzeugbatterien für Elektroautos (Traktionsbatterien)
- Batterien für leichte elektronische Verkehrsmittel wie E-Bikes oder E-Scooter
- Jegliche Industriebatterien mit einer Kapazität von mehr als 2 kWh, beispielsweise für Energiespeicher oder industrielle Anwendungen
Was bedeutet das für Unternehmen und Verbrauchende?
Unternehmen müssen Prozesse schaffen, mit denen Informationen entlang der gesamten Lieferkette gesammelt, dokumentiert und aktualisiert werden können. Deshalb bedeutet der Batteriepass für Unternehmen einen deutlich höheren Aufwand bei der Erfassung, Verwaltung und Bereitstellung von Daten. Der digitale Batteriepass muss Teil eines prüfbaren Systems sein, das allen gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher* bietet der Batteriepass hingegen einige Vorteile. Sie erhalten künftig Einblick in wichtige Informationen zur Herkunft, Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit einer Batterie und können deren Lebensweg besser nachvollziehen. Dies sorgt für mehr Transparenz bei Endkunden und schafft eine einfachere Vergleichbarkeit von E-Auto-Batterien beim Kauf oder Verkauf. Außerdem wird dadurch die Kreislaufwirtschaft gestärkt.
Was ist die rechtliche Grundlage des Batteriepasses?
Die Anforderungen an den Batteriepass ergeben sich in erster Linie aus der EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542. Darüber hinaus steht der Batteriepass im Zusammenhang mit weiteren europäischen Vorgaben zu Transparenz, Nachhaltigkeitszielen und digitalen Produktinformationen.
Wer ist für die Richtigkeit des Batteriepasses verantwortlich?
Verantwortlich ist grundsätzlich das Unternehmen, das die Batterie in der Europäischen Union in Verkehr bringt – also in der Regel der Hersteller oder Importeur. Diese müssen sicherstellen, dass alle Angaben vollständig, korrekt und aktuell sind.
Wie kann der Batteriepass ausgelesen werden?
Jede betroffene Batterie wird mit einem QR-Code oder einem RFID-Tag versehen. Darüber können die hinterlegten Informationen digital abgerufen werden.
Übrigens: Eine Unterart von RFID ist die Near Field Communication, mit der zum Beispiel kontaktlos bezahlt werden kann. Mehr dazu in unserem Beitrag zu NFC.
Hängt der digitale Batteriepass mit dem Digitalen Produktpass (DPP) zusammen?
Ja, der Batteriepass ist die konkrete Umsetzung des Digitalen Produktpasses (DPP), den die Europäische Union für noch mehr Produktgruppen einführen möchte.
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