Batteriespeicher: Überschüssigen Strom speichern
Die Energiewende wird im großen Stil durch den Bau von Solarparks und Windkraftanlagen vorangetrieben, doch auch Privatpersonen bauen ihre alternative Energieversorgung immer weiter aus. So wächst neben der Zahl an neuen Photovoltaikanlagen auf deutschen Hausdächern auch die Zahl der Batteriespeicher immer weiter an. Wird nämlich mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, kann die überschüssige Sonnenenergie in einem Batteriespeicher zwischengespeichert werden. Wann ein solcher Stromspeicher sinnvoll ist und was Sie darüber wissen müssen, erfahren Sie hier.
Lesezeit: 2-3 Minuten
Inhalt:
Das Wichtigste auf einen Blick
- Batteriespeicher speichern überschüssigen Solarstrom von PV-Anlagen und machen ihn für später nutzbar.
- Dadurch reduzieren sie die Abhängigkeit vom Stromanbieter und erhöhen den Eigenverbrauch.
- AC-Batteriespeicher lassen sich flexibel nachrüsten. DC-Batteriespeicher sind nur schwer nachrüstbar, aber grundsätzlich effizienter.
- Vorteile vom Batteriespeicher sind die Kostenersparnis und mehr Unabhängigkeit; Nachteile sind hohe Anschaffungskosten sowie eine begrenzte Lebensdauer.
Was ist ein Batteriespeicher?
Ein Batteriespeicher ist ein System, das Energie aufnimmt, speichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgibt. Es handelt sich dabei meist um elektrische Stromspeicher, die in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage betrieben werden, um Energiekosten zu optimieren und eine stabile Stromversorgung sicherzustellen.
Tagsüber wandelt eine Solaranlage Lichtenergie in Strom um – und zwar oft mehr Strom als direkt selbst verbraucht werden kann. Dieser Strom kann ins öffentliche Stromnetz eingespeist (Netzeinspeisung) oder in einem Batteriespeicher zwischengespeichert werden. Strom, der in der eigenen Batterie gespeichert ist, kann dann bei Bedarf später verbraucht werden – zum Beispiel während der Abendstunden.
Die zwei Arten: AC- und DC-Batteriespeicher
AC-Batteriespeicher
AC-Batteriespeicher werden auf der Wechselstromseite (AC) des Haushaltsnetzes installiert und lassen sich besonders einfach nachrüsten. Der von der Photovoltaik-Anlage erzeugte Gleichstrom wird zunächst in Wechselstrom umgewandelt und kann dann entweder direkt genutzt oder in der Batterie als Gleichstrom gespeichert werden. Zwar entstehen durch die Umwandlung leichte Energieverluste, dafür sind AC-Speicher flexibel einsetzbar und lassen sich leicht mit bestehenden Anlagen kombinieren.
DC-Batteriespeicher
DC-Batteriespeicher sind direkt auf der Gleichstromseite (DC) mit der Photovoltaik-Anlage verbunden. Der erzeugte Strom kann dadurch direkt in der Batterie gespeichert werden – ganz ohne Umwandlung. Dies erhöht die Effizienz. Jedoch brauchen DC-Speicher eine engere Abstimmung mit den Komponenten, weshalb sie meist nur bei der Installation von neuen PV-Anlagen genutzt werden.
Tipp: Ein besseres Verständnis von den beiden Stromarten erhalten Sie in unserem Beitrag: Gleichstrom oder Wechselstrom.
Einsatzbereiche von Batteriespeichern
1. Private Nutzung
Im privaten Haushalt werden Batteriespeicher vor allem als Speicher für PV-Anlagen genutzt. So kann selbst erzeugter Solarstrom aus Photovoltaik-Anlagen oder Balkonkraftwerken zu jeder Zeit genutzt werden – auch in den Abend- oder Nachtstunden. Das verbessert die autarke Stromversorgung und senkt die Energiekosten. Ein Batteriespeicher ergibt außerdem Sinn in Kombination mit einer Wallbox oder einer Wärmepumpe.
2. Industrielle & gewerbliche Nutzung
In der Industrie und im Gewerbe werden Batteriespeicher im großen Stil eingesetzt, um unter anderem Lastspitzen zu reduzieren und Energiekosten zu optimieren. Gleichzeitig ermöglichen sie eine effizientere Nutzung von selbst erzeugtem Strom aus großen PV-Anlagen oder Solarparks.
3. Nutzung fürs Stromnetz
Für die regionalen und überregionalen Stromnetze sind sehr große Batteriespeichersysteme essenziell. Besonders aufgrund von erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Solarenergie schwankt die Stromeinspeisung und muss regelmäßig austariert werden. Der notwendige Ausgleich erfolgt unter anderem mit Batterien, die je nach Auslastung flexibel be- oder entladen werden. Sie tragen so zur Stabilisierung der Netze bei.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Mehr Unabhängigkeit vom Stromanbieter
- Höherer Eigenverbrauch von Solarstrom
- Langfristige Einsparung bei Stromkosten
- Effizientere Nutzung erneuerbarer Energien
- Notstromversorgung möglich (optional)
Nachteile
- Hohe Investitionskosten
- Begrenzte Lebensdauer der Batterie
- Minimale Energieverluste beim Laden und Entladen
- Erschwerte nachträgliche Integrierung (DC-Batteriespeicher)
Fazit
Batteriespeicher sind ein wichtiger Baustein zur Steigerung der eigenen Energieautarkie. Sie ermöglichen es, überschüssigen selbst erzeugten Strom nicht einzuspeisen, sondern für den Eigenbedarf zu nutzen. So reduzieren Energiespeicher die Abhängigkeit vom Strommarkt und können kurzfristig sogar helfen, einen Stromausfall zu überbrücken, wenn der Speicher diese Funktion mitbringt.
Vor dem Kauf eines Batteriespeichers sollten die Größe der eigenen PV-Anlage, der jährliche Stromverbrauch und die individuellen Gewohnheiten betrachtet und auf Grundlage dieser Faktoren eine Kosten-Nutzung-Rechnung erstellt werden. In der Regel zeigt sich, dass sich eine richtig dimensionierte Batterie auf lange Sicht sehr gut lohnen kann.
Wie groß sollte der Batteriespeicher sein?
Die passende Größe eines Batteriespeichers hängt vom Stromverbrauch und der Leistung der Photovoltaik-Anlage ab. Als Faustregel gelten etwa 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch oder 1 bis 1,5 kWh installierter Peak-PV-Leistung (kWp). Für ein Einfamilienhaus sind in der Regel Speichergrößen zwischen 5 und 10 kWh sinnvoll.
Was kostet ein Batteriespeicher?
Die Kosten für einen Batteriespeicher variieren stark, je nach Größe und Ausstattung. Für Speicher mit 5 kWh beginnen die Preise bei rund 1.500 Euro, Speicher mit 10 kWh beginnen ab etwa 2.500 Euro. Batterie ist allerdings nicht gleich Batterie, weshalb auch indirekte Kosten wie Garantieleistungen etc. betrachtet werden sollten. Zu bedenken sind außerdem Montage- und Installationskosten. Fest steht, dass sich die initialen Kosten für einen Batteriespeicher insgesamt auf mehrere tausend Euro beläuft.
Gibt es Förderungen für Batteriespeicher?
Ja, für Batteriespeicher gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. So bietet die KfW im Rahmen des Förderprogramms 270 zinsgünstige Kredite für die Anschaffung und Installation an. Zusätzlich können je nach Bundesland oder Kommune Investitionszuschüsse – in der Regel pro Kilowattstunde Speicherkapazität – gewährt werden.
Wie lange hält ein Batteriespeicher?
Moderne Systeme haben eine Lebensdauer von etwa 10 bis 20 Jahren. Bei intensiver Nutzung werden pro Tag mehr Ladezyklen verbraucht, was die Lebensdauert senkt.
Wie effizient ist ein Batteriespeicher?
Da ein kleiner Teil der gespeicherten Energie beim Laden und Entladen immer verloren geht, arbeiten moderne Batteriespeicher mit einem Wirkungsgrad von um die 90 Prozent.
Kann ein Batteriespeicher nachgerüstet werden?
Ja, Batteriespeicher lassen sich in vielen Fällen problemlos nachrüsten – insbesondere AC-Batteriespeicher. DC-Batteriespeicher lassen sich nicht so leicht nachrüsten und sollten lieber beim Einbau einer neuen PV-Anlage mit installiert werden.
Lässt sich ein Batteriespeicher über die Steckdose laden?
Wenn auch eher selten, so ist dies theoretisch möglich. Dafür müssen einige technische und regulatorische Gegebenheiten erfüllt werden. Falls diese umgesetzt werden, lassen sich vor allem mit einem dynamischen Stromtarif Kosten sparen. Dafür sollten Sie bei Bedarf mit einem Fachbetrieb sprechen.
Kann ein Batteriespeicher ein ganzes Haus versorgen?
Dies hängt vom Verbrauch und von der Stromproduktion ab. Mit einer ausreichend großen PV-Anlage und einem entsprechenden Speicher lässt sich ein Einfamilienhaus an sonnigen Tagen gut selbst versorgen. Im Winter wird in der Regel noch Strom aus dem Netz benötigt. Für eine optimierte Stromnutzung hilft ein Home Energy Management System.
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